eit der Entstehung der Firma bleibt die Glockengießereitechnologie innerhalb
einiger Generationen unserer Familie unverwechselbar.
Um eine Glocke herstellen zu können, muss eine Lehmform mit Hilfe einer speziellen
Schablone angefertigt werden. Je nach dem Gewicht, der Größe und Form wird für jede
Glocke eine eigene Schablone erstellt.
Die Arbeit an der Glocke beginnt man mit der Vorbereitung des inneren Teiles, des so
genannten Kernes, der aus Ziegelsteinen und Lehm aufgemauert wird. Nach der
Betrocknung und Beheizung des fertigen Kernes folgt die Anfertigung des nächsten
Teiles, die so genannte Falschglocke. Die Falschglocke wird aufgrund der Schablone
formiert, indem die verschiedenen Lehmschichten aufgetragen werden.
Auf die Falschglocke werden außergewöhnliche Verzierungen und die Inschriften aus
Talg aufgesetzt, die charakteristisch für die künftige Glocke sind. Die verzierte
Falschglocke wird dann mit dem speziell vorbereiteten Lehm bedeckt, in dem als
Negativ die Glockenzier erscheint. Die so vorbereitete Form muss sorgfältig
ausgetrocknet werden.
Danach folgt die Formierung des zweiten und dritten Teiles der Glocke, also des
Mantels und der Krone. Diese Form sollte mit Draht befestigt werden, um den Druck
auszuhalten, der beim Giessen des geschmolzenen Metalls entstehen wird. Um die Form
für den Guss vorzubereiten, muss man die Falschglocke aus dem Lehm befreien. Dann
wird die äußere Form, der Mantel, mit den Verzierungen und Schriften ausgetrocknet
und in die unter dem Schmelzofen ausgegrabene Grube untergebracht.
Wenn alle Formen eingegraben worden sind, werden die Kanäle gemauert, durch die
geschmolzene Glockenspeise aus dem Ofen fließen wird. Drei Tage später, wenn die
Legierung sich ausreichend abgekühlt hat, werden die Glocken aus der Erde
ausgegraben. Der Draht wird entfernt und der Lehm abgeschlagen, so dass eine
gegossene Glocke erscheint.
Die nächste Phase besteht darin, dass die Glocke von dem Lehm gereinigt,
abgeschliffen und endlich poliert und gestrichen wird. Danach muss die Glocke
befestigt und der Klöppel aus Eisen geschmiedet werden. Nach der Montage und
Befestigung der Klöppel im Innern der Glocke ist ein wunderschöner Hall und
Glockenklang zu hören.
Für den Hall, seine Klangfarbe, sowie die Tonart entscheiden die bestimmten
Schablonefaktoren (die Dicke, der Querschnitt und der Durchmesser), die dem Gewicht
und Durchmesser der Glocke entsprechen, aber auch der Gehalt von der Glockenspeise
ist nicht ohne Bedeutung.
Der Zinngehalt beeinflusst den Glockenklang. Je mehr Zinn die Legierung enthält,
desto deutlicher und feiner ist die Klangfarbe, aber auch desto härter ist das
Glockenmetall. Deswegen gäbe es die Gefahr, dass die Glocke reißen könnte. Der Klang
einer Glocke, die im nicht entsprechenden Metall gegossen wurde, ist gedämpft, so
dass ein Gefühl entstehen kann, dass die Glocke mit einem Material, beispielsweise
mit Schnee, bedeckt ist. Während des Wiegens der Glocke entstehen die
Vibrationspunkte, die eine Harmonie der Tief- und Hochtöne auslösen. Dadurch
erscheint bei dem Anschlag der Glocke in unseren Ohren der Eindruck des ganzen
Akkords.
Bei demselben Durchmesser und Vergrößerung der Dicke, vor allem der Ringdicke, also
zugleich durch die Vergrößerung des Glockengewichtes, bekommt man einen höheren Ton.
Und umgekehrt: durch Verkleinerung der Dicke und dabei durch Verkleinerung des
Gewichtes ist ein niedriger Ton zu hören. Bei demselben Gewicht durch Vergrößerung
des Durchmessers entsteht ein niedriger Ton, durch Verkleinerung ein höherer Ton.
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Der Klöppel ist für die Glocke dasselbe wie die Zunge für den Menschen. Deshalb muss
man ihm besondere Aufmerksamkeit schenken.
Da der Ton bei dem Anschlag des Klöppels von unten nach oben geht und dadurch der
geschlagene Teil stärker vibriert, besonders bei niedriger Glockenmasse, ist das
richtige Gewicht des Klöppels sehr wichtig. Das Klöppelgewicht hängt von der
Glockengröße ab. Kenntnisse einer richtigen Anpassung gehören deswegen zu den streng
gehüteten Geheimnissen der Firma.
Die Hauptvoraussetzungen sind:
- das Klöppelgewicht muss im bestimmten Verhältnis zu dem Glockengewicht bleiben,
- der Klöppel muss auf bestimmte Weise aufgehängt werden,
- der Klöppel sollte eine richtige Form haben.
Der Klöppel wird aus weichem Stahl geschmiedet und sein Gewicht beträgt
durchschnittlich 4% der Glockenmasse. Anschlagen wird die Glocke immer im dicksten
Teil, d.h. im Schlagring.